Gelebte Umweltbildung: Müllsammelaktion mit indischen Schulen

Nichts ist augenöffnender als die direkte Konfrontation mit der Müllproblematik

Im Zuge ihrer Projektreise setzte Greenfinity Foundation Vereinsobfrau Stephanie Adler-Fürntrath im April 2018 eine Müllsammelaktion mit Schülern aus 3 indischen Schulen um. Für viele war nicht nur die Erkenntnis neu, dass man Müll nicht einfach auf die Straße wirft – für die meisten war es noch dazu der erste Ausflug aus den Grenzen ihres Viertels hinaus.

Das Bewusstsein, dass die Umwelt geschützt und Müll nicht einfach auf die Straße geworfen, beziehungsweise nicht dort deponiert werden sollte, fehlt in Indien komplett. Das Leben mit Abfall auf den Straßen und in der Natur ist einfach Teil des täglichen Lebens. Daher fällt es auch den wenigsten störend auf, denn sie kennen es nicht anders. Um das Bewusstsein für Umweltschutz zu schärfen, setzt die Greenfinity Foundation darauf, das Thema erlebbar zu machen. Aktionstage, etwa mit Müllsammelaktionen, sollen dies unterstützen.

Umweltverschmutzug in Indien
Umweltverschmutzug in Indien

Das erste Mal im Grünen: Ausflug von der Stadt in den Corbett-Nationalpark

Am 19.4. 2018 startete unser Vereinsvorstand Stephanie Adler-Fürntrath mit 50 Kindern aus 3 indischen Schulen in den Corbett-Nationalpark im Norden Indiens. Für viele Kinder war das schon aufregend genug, denn sie waren noch nie zu einem Ausflug außerhalb ihrer Heimatstadt Thakurdwara aufgebrochen.

Wer immer nur in einer engen, schmutzigen Stadt lebt, kann die Schönheit der Natur gar nicht kennen und schätzen. Noch weniger kann einem der Schutz dieser unbekannten Natur ein Anliegen sein. Und genau das war das erste Ziel dieses Ausfluges: Die Kinder sollten selbst spüren, was für ein wichtiger Lebensraum die Natur mit ihren Wäldern und Grünflächen ist.

Bewusstsein schaffen: Müll gehört nicht in die Natur

Das zweite Ziel des Tages war es, die Kinder mit den Folgen der menschenverursachten Umweltverschmutzung zu konfrontieren. Im indischen Nationalpark Corbett gelingt dies leichter als in einer staubigen Stadt – hier bemerken die Kinder sofort, dass der Müll mitten in der Natur nichts zu suchen hat. In ihrem Zuhause fehlt dieser Kontrast, da der Abfall für sie einfach Teil des Stadtbildes ist und sie ihn deswegen bei weitem nicht so negativ wahrnehmen.

Müllsammelaktion Indien

Umweltschutz erlebbar machen: Müllsammelaktion

Unter die Haut geht nur, was man selbst erlebt und tut. Derartige Erfahrungen bleiben im Gedächtnis. So durchstreiften die Schüler für einigen Stunden den Park und sammelten so viel Müll wie möglich. Weit von der Stelle mussten sie sie sich aber leider selbst hier im Nationalpark nicht bewegen.

Bewusstsein schaffen in Indien: Müll gehört nicht in die Natur
Bewusstsein schaffen in Indien: Müll gehört nicht in die Natur

Müllsammeln statt verbrennen

Die Müllsammelaktionen sollen zu einem fixen Bestandteil im Alltag der Schulen werden, vor allem im Rahmen der Umweltklasse an der „Dhara Children Academy“, eine der ersten Umweltklassen Indiens.

Eine gängige Methode in Indien ist es, denn Müll auf den Straßen einfach zusammenzukehren und zu verbrennen. In der Schule wird ab sofort der Müll gesammelt, getrennt und entsorgt. Diesen Umgang mit Abfall sollen die Schüler in weiterer Folge auch nach außen tragen und so allgemein ein stärkeres Bewusstsein für eine sorgsame Abfallentsorgung schaffen.

Projektziele:

  • Stellenwert unserer Natur und Umwelt steigern
  • Umweltbewusstsein schaffen
  • Umweltschutz vorleben und erlebbar machen

 

Projektzeitraum:

April 2018