Hilfe in Zeiten der Krise

Sauberes Wasser und Seife sind einfache, aber wichtige Werkzeuge im Kampf gegen das Coronavirus. 2017 haben wir in Jos, Nigeria, einen Solarbrunnen für die Amina Zwindila Foundation School errichtet, der jetzt während der Corona-Pandemie zum Stützpfeiler für die Hygienemaßnahmen der Schule geworden ist. Das Solarbrunnenprojekt fand damals in Kooperation mit der Child & Family Foundation statt, die die Schule bereits seit dem Jahr 2012 durchgehend unterstützt. Gemeinsam mit unserem Projektpartner haben wir uns Anfang März mit Amina Zwindila, der Gründerin und Leiterin der Schule über die Folgen der Corona-Krise, das von der Child & Family Foundation finanzierte Ernährungsprogramm sowie die Hygienemßnahmen an der Schule unterhalten. Dabei mussten wir feststellen, dass der Wassertank des Schulbrunnens undicht geworden ist. Aber lest selbst…

 

Amina, wie habt ihr die ersten Monate nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie erlebt?

 

Es war schrecklich. Ein Teil der Eltern unserer Schüler sind Tagelöhner, das heißt, sie sind auf das tägliche Einkommen angewiesen, um ihre Familien ernähren zu können. Bereits vor dem Ausbruch der Pandemie kämpften viele von ihnen damit, ihre Kinder und sich selbst mit dem Notwendigsten versorgen zu können. Durch Corona hat sich diese Situation drastisch verschärft. Lockdowns und Ausgangsverbote führten dazu, dass viele Menschen hier die ersten Wochen nach dem Ausbruch der Pandemie überhaupt kein Einkommen hatten und somit nicht einmal das Geld, um die notwendigsten Alltagsdinge wie etwa Lebensmittel zu kaufen. Dadurch kam es sehr schnell zu einer Hungerkrise, von der leider auch viele unserer Schüler betroffen sind.

Gibt es Möglichkeiten für die Schule, die Familien der Schüler in dieser Situation zu unterstützen?

 

Gott sei Dank gibt es an unserer Schule das von der Child & Family Foundation finanzierte Ernährungsprogramm. Dadurch konnten wir die Familien unserer Schüler während des Lockdowns, von dem auch die Schulen betroffen waren, wenigstens mit Grundnahrungsmittel unterstützen. Seit der Präsenzunterricht wieder stattfinden darf, versorgen wir die Schüler wie auch schon vor Corona mit einer täglichen warmen Mahlzeit an der Schule. Für viele ist das oft das einzige Essen, das sie den ganzen Tag lang erhalten. Die Preise hier sind in den letzten Monaten stark gestiegen, gleichzeitig sind jene Familien, die vor Corona schon arm waren, noch ärmer geworden. Es ist eine Katastrophe und es tut mir im Herzen weh zu sehen, wie viele unserer Schüler täglich zuhause hungern müssen. Das Ernährungsprogramm war schon immer ein wichtiger Teil unseres Schulangebots, aber jetzt, während dieser Krise, ist es wichtiger als je zuvor.

Die Lehrer der Amina Zwindila Foundation School.
Unterricht in Zeiten einer Pandemie.

Wie wurden die Grundnahrungsmittel während des Lockdowns an die Familien verteilt?

 

Wir haben die Hilfspakete aus dem Nahrungsmittelprogramm am Schulgelände an die Eltern verteilt. Dadurch haben wir gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, denn so konnten wir den Eltern gleichzeitig auch Lernmaterialien und Übungen für die Schüler mitnachhause geben. Wir haben mit den Eltern Termine ausgemacht, an denen sie Materialien für ihre Kinder sowie die Nahrungsmittelrationen abholen konnten. Durch die Terminvergabe konnten wir sichergehen, dass nie zu viele Personen gleichzeitig an der Schule waren. Dadurch war es sowohl für die Lehrer als auch für die Eltern einfach Abstand zu halten und niemand musste Angst haben, sich an der Schule mit dem Coronavirus anzustecken.

 

Im September hat der Präsenzunterricht wieder begonnen. Welche Sicherheits- und Hygienemaßnahmen gibt es an der Schule?

 

Leider ist das Abstandhaltern während des Unterrichts nicht möglich, da unsere Klassenräume hierfür nicht groß genug sind, aber jede erwachsene Person, die das Schulgebäude betritt, muss eine Maske tragen. Außerdem legen wir sehr viel Wert auf regelmäßiges Händewaschen. Gott sei Dank hat unsere Schule einen eigenen Solarbrunnen, denn ohne ihn könnten wir diese wichtige Maßnahme nicht umsetzen. Der Brunnen, der von der Greenfinity Foundation im Jahr 2017 für uns errichtet wurde, ist ein Segen und ich weiß wirklich nicht, was wir jetzt in dieser Situation ohne ihn tun würden. Er war schon vor dem Ausbruch der Pandemie ständig in Gebrauch, da viele der Schüler zuhause kein sauberes, fließendes Trinkwasser haben und der Schulbrunnen für sie die einzige Möglichkeit ist, mit frischem Wasser ihren Durst zu stillen. Die letzten Monate aber ist unser Wasserbedarf an der Schule durch die strengen Hygienemaßnahmen enorm gestiegen.

 

Gibt es etwas, das dir im Moment besonders Sorgen bereitet?

 

Es gibt viele Probleme, die mich als Hauptverantwortliche für die Schule seit Beginn dieser Krise in der Nacht nicht schlafen lassen. Das größte davon ist momentan aber ein Leck am Tank des Schulbrunnens, das wir erst vor Kurzem entdeckt haben. Wir konnten das Problem zwar vorübergehend beheben, indem wir den Tank provisorisch abgedichtet haben, aber ich weiß nicht, wie lange diese Maßnahme halten wird. Im Moment machen wir uns alle an der Schule deshalb große Sorgen, da wir selbst nicht genug finanzielle Mitteln haben, um den Tank fachmännisch reparieren oder falls notwendig austauschen zu lassen.

 

Amina Zwindila, Gründerin und Direktorin der Amina Zwindila Foundation School:

 

Nachdem wir von dem Problem mit dem Schulbrunnen erfahren haben, haben wir die Angelegenheit mit Amina im Detail besprochen. Der Brunnen ist dringend sanierungsbedürftig. Durch den undichten Tank geht viel Wasser verloren und es ist bereits vorgekommen, dass die Schule nicht genug Wasser hatte, um alle Schüler damit zu versorgen. Da es sich hierbei um ein dringendes Problem handelt, haben wir uns dazu entschlossen einen Spendenaufruf für die Sanierung des Schulbrunnens zu starten. Jede Spende zählt und leistet einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Wasserversorgung der rund 350 Schüler der Amina Zwindila Foundation School. Wenn du uns dabei unterstützen möchtest, dann klicke hier: