Energie
Januar 2017
Jos, Nigeria

Ein Solarbrunnen für die Amina Zwindila Foundation School in Nigeria

Sauberes Wasser mithilfe von Sonnenenergie

An der Amina Zwindila Foundation School, einem privat initiierten Schulprojekt auf dem Jos-Plateau – einer sehr trockenen Region Nigerias, sind die Auswirkungen des Klimawandels deutlich zu spüren sind. Damit die Schule Zugang zu sauberem Wasser hat, musste 100m tief gebohrt werden. Eine Solarpumpe fördert nun das Wasser nun zu Tage.

Nigeria, ein Land mit großem Potenzial aber noch größeren wirtschaftlichen und politischen Problemen

Nigeria ist der achtgrößte Erdöllieferant der Welt, hat die höchste Wirtschaftskraft Afrikas und verfügt über enorme Rohstoffvorkommen. Zudem verfügt der fast eine Million Quadratmeter große Staat an sich über ausreichend fruchtbare Ländereien, um alle Einwohner des bevölkerungsreichsten Landes Afrikas zu ernähren – eigentlich die besten Voraussetzungen, um einen gewissen Wohlstand für die rund 200 Millionen Nigerianer zu schaffen.

Doch die Realität sieht ganz anders aus. Die Wirtschaft stockt, die Politik schafft den Wandel zur Demokratie nicht. Ein Großteil der Bevölkerung lebt in Armut. Die Entwicklung von einer Militärdiktatur zur Demokratie geht schleppend vor sich, ethnische Konflikte lähmen das Land, Korruption bleibt ein ungelöstes Problem und die Wirtschaft stockt.

Engpässe im Staatshaushalt führt zu mangelnder Bildungsqualität

Als Folge davon fehlt das Geld für die Aufgaben, die der Staat übernehmen sollte. Dies bekommen vor allem die ärmeren Bevölkerungsschichten zu spüren, weil sie die mangelnde staatliche Versorgung nicht selbst ausgleichen können.  

Wie etwa im Bildungsbereich. Hier sinken die staatlichen Ausgaben kontinuierlich und so ist der Besuch von öffentlichen Schulen nicht mehr gewährleistet. Die Schulen, die es noch gibt, sind schlecht ausgestattet und die Lehrer unterbezahlt, was immer wieder zu Streiks führt. Anders als in vielen anderen Ländern ist es für Kinder in diesem Land daher keine Selbstverständlichkeit, eine öffentliche Schule zu besuchen.

Bildung ist nicht immer gesichert in Nigeria

Kostenloser Zugang zu Bildung: die Amina Zwindila Foundation School

Die gebürtige Nigerianerin Amina Zwindila wollte sich mit diesem Umstand nicht abfinden und initiierte ein privates Schulprojekt, um Armen und schutzbedürftigen Kindern einen kostenlosen Zugang zu Bildung zu ermöglichen.

Aus diesem Grund wählte die Greenfinity Foundations die Unterstützung der Amina Zwindila Foundation School als Kooperationsprojekt mit der Child & Family Foundation.

Die Amina Zwindila Foundation School wird seit Januar 2012 von der Child & Family Foundation unterstützt und mittlerweile von rund 350 Kindern besucht.

Wasser ist Leben

Menschen aus Industriestaaten verbrauchen täglich 100 bis 200 Liter Wasser pro Kopf. Im Gegensatz dazu hat ein Afrikaner täglich nur 20 Liter Wasser zur Verfügung. Laut UN sind 50 Liter Wasser pro Kopf und Tag notwendig, um Krankheiten vorzubeugen und leistungsfähig zu bleiben.

Wasserverbrauch weltweit vergleich

Eine Schule ohne fließendes Wasser?

Die Amina Zwindila Foundation School liegt auf dem Jos-Plateau – einer sehr trockenen Region Nigerias, in der die Auswirkungen des Klimawandels deutlich zu spüren sind.

Gerade an Schulen sollten die Kinder Zugang zu sauberem Wasser haben, an der Amina Zwindila Foundation School gab es keinen Zugang zu Wasser.

Daher sah sich die Schule mit hohen Ausgaben für den Kauf von Wasser konfrontiert. Das für den Schulbetrieb benötigte Wasser (zum Trinken, zum Putzen, für Hygieneeinrichtungen wie Toiletten und Waschbecken etc.) musste zudem in schweren in die Schule geschleppt werden.

Zudem viel eine große Menge an Müll, da die Schüler in Plastiksäckchen abgepacktes Wasser mitbringen mussten, um ihren Durst stillen zu können.

Wasserprobleme in Nigeria
Wasserknappheit in Nigeria

Entwicklungshilfe durch den Bau eines Solarbrunnens

Der Erhalt der Schule und die laufenden Kosten stellen bereits eine große Herausforderung dar. Aus diesem Grund unterstützt die Greenfinity Foundation die Schule mit dem Bau eines Brunnens.

Der Brunnen wurde direkt auf dem Schulgelände errichtet und wird mittels einer Solarpumpe betrieben.

Entwicklungshilfe in Nigeria Solarbrunnen

Da für den Betrieb des Generators kein Diesel benötigt wird, können Kosten eingespart werden, die beim Betrieb einer konventionellen Pumpe entstehen würden.

Aufgrund der großen Trockenheit und des dadurch sehr tief liegenden Grundwasserspiegels muss der Brunnen mehr als 100 Meter in die Tiefe reichen.

Entwicklungshilfe durch Brunnenbau in Nigeria
Hilfe zur Selbsthile Wasserverkauf an der Amina Zwindila

Hilfe zur Selbsthilfe

Der Brunnen war so konzipiert, dass er mehr Wasser liefert als die Schule benötigt. Das überschüssige Wasser kann so günstig an die Gemeinde verkauft werden, wodurch ein zusätzliches Einkommen generiert wird. Diese Mittel kommen wiederum den Schülern zugutekommt – ein wichtiger Schritt, um der Schule zu mehr Selbstständigkeit zu verhelfen.

Projekt Info
Projektziele
  • Wasserversorgung für die Schule sichern
  • durch verunreinigtes Wasser verursachte Krankheiten vermeiden
  • Vegetation und Artenvielfalt erhalten
  • Anbau von Obst, Gemüse etc. ermöglichen
  • Kostenersparnis für die Schule und ein kleines Zusatzeinkommen durch den Verkauf des Wassers
Projektort

Jos, Nigeria

Projektzeitraum
November 2016 – Februar 2018
Begünstigte

ca. 350 Kinder aus Jos und aus der umliegenden Region