Ernährung
März 2020
Simbabwe

Nachhaltige Lebensmittelversorgung für Schüler in Simbabwe

Ein Projekt zur Nahrungssicherung an der Kariyangwe Mission Primary School

Ein ganzer Schultag ohne eine richtige Mahlzeit – für viele Kinder im Süden Afrikas ist das bereits zur Normalität geworden. Um eine tägliche Lebensmittelversorgung für Schüler der Kariyangwe Mission Primary School in Simbabwe sicherzustellen, setzt die Greenfinity Foundation im Rahmen eines Kooperationsprojekts mit der Promise Foundation Austria (PFAU) auf die Unterstützung lokaler Bauern.

Krisenregion Kariyangwe

Nicht überall auf der Welt kennt man das tägliche Jausenbrot. Im Gegenteil: Einige Schüler der Kariyangwe Mission Primary School in Simbabwe, Afrika, müssen den ganzen Tag ohne Nahrung auskommen und das bei einem Schulweg von bis zu vier Stunden pro Strecke. Die kleine Siedlung in Simbabwe, die im Zuge der Kariyangwe-Mission um 1950 von spanischen Missionaren gegründet wurde, ist jedoch noch mit ganz anderen Problemen konfrontiert. Nach der Umsiedlung der Tonga im Jahr 1957 aus dem Sambesi-Tal im Zuge des Baus des Kariba-Damms ließen sich Tausende Angehörige der sozial und wirtschaftlich benachteiligten Minderheit in Kariyangwe nieder.

Heute leben rund 10.000 Menschen in Kariyangwe und Umgebung; viele davon sind autarke Landwirte ohne zusätzliches Einkommen. Dazu kommt, dass das halbtrockene Gebiet von geringen Niederschlägen, häufigen Trockenzeiten, aber auch Überschwemmungen gekennzeichnet ist. So ist es nicht verwunderlich, dass die Arbeitslosenrate in Simbabwe und auch in Kariyangwe selbst zwischen 80 und 90 Prozent liegt und sich die Mehrheit der Eltern die Schulgebühren für ihre Kinder nicht leisten kann.

Kariyangwe Mission Primary School

 

Für die Kinder vor Ort ist es ein Privileg, die Kariyangwe Mission Primary School im Distrikt Binga, einer der ärmsten Regionen Simbabwes, besuchen zu dürfen. Zehn Prozent der rund 830 Schüler sind Waisen oder Halbwaisen. Um überhaupt die Chance auf Bildung zu erhalten, nehmen sie auch den zumeist langen Fußweg von bis zu vier Stunden in Kauf.

 

Eines der Hauptprobleme ist jedoch die fehlende Nahrungsversorgung. Viele Kinder haben den ganzen Schultag nichts zu essen, wodurch auch ihre Leistungsfähigkeit sinkt. Ein Ernährungsprogramm während der Dürre 2014 hat bereits gezeigt, welche Bedeutung die Bereitstellung von Nahrungsmitteln hat. Eine Unterernährung konnte damals verhindert werden, gleichzeitig stieg die Zahl der Schulbesuche. Bis zur Fertigstellung des Bohrbrunnens im Jahr 2014 wurden die Schüler außerdem mit Trinkwasser versorgt.

Nachhaltige Lebensmittelversorgung für Schüler in Simbabwe

Darüber hinaus bietet die Landwirtschaft keine wirtschaftlichen Anreize. Die Bauern in der Region Kariyangwe produzieren Lebensmittel nur für den Eigenbedarf. Viele Landwirte möchten zwar mehr produzieren und den Überschuss verkaufen, um ihre Einkommenssituation zu verbessern – die Märkte sind jedoch nicht vorhanden oder zu weit entfernt, um sie zu beliefern.

Unterstützung für Schüler und lokale Bauern

Gemeinsam mit der österreichischen Organisation Promise Foundation Austria (PFAU) hat sich die Greenfinity Foundation zum Ziel gesetzt, rund 830 Kindern an der Kariyangwe Mission Primary School an Schultagen eine ausgewogene tägliche Mahlzeit anzubieten. Dabei setzt man neben der Erweiterung des Schulgartens auf die Zusammenarbeit mit lokalen Bauern, die ihr Einkommen erhöhen können, indem sie Lebensmittel an die Schule verkaufen. Das Projekt zielt somit auch darauf ab, die lokale Kaufkraft zu steigern und eine Nahrungsmittelversorgung sowohl durch Landwirte als auch Trockenlandwirte herzustellen, um beide Zielgruppen zu unterstützen.

Die beiden Kooperationspartner legen den Fokus vor allem auch auf die Nachhaltigkeit der Lebensmittelversorgung. Daher wird an Lösungen gearbeitet, wie die Schule das Projekt in Zukunft selbst finanzieren kann. Dazu werden in der Kariyangwe Mission Primary School regelmäßig Workshops und Schulungen abgehalten. Einerseits sollen diese eine Kontrolle über die Lebensmittelversorgung und deren Nachhaltigkeit bieten, indem die produzierten und verbrauchten Mengen an Lebensmitteln, die Kosten sowie der Erfolg des Programms bewertet werden. Andererseits dienen sie aber auch vor allem der Weiterbildung der Landwirte, dem Erfahrungsaustausch und damit der Verbesserung der Lebensmittelproduktion.

Nachhaltige Lebensmittelversorgung für Schüler in Simbabwe
Nachhaltige Lebensmittelversorgung für Schüler in Simbabwe

Auf längere Sicht wirkt sich das Projekt nicht nur positiv auf die Situation der Bauern und die Gesundheit der Schüler aus, denn die täglichen Mahlzeiten sollen auch den regelmäßigen Schulbesuch der Kinder fördern und dabei helfen, ihre schulischen Leistungen zu verbessern.

Projekt Info
Projektziele
  • Nachhaltige Lebensmittelversorgung
  • Unterstützung lokaler Bauern
  • Erhaltung der Lebensgrundlage von Bauern und anderen Landnutzern durch nachhaltige Landwirtschaft
  • Förderung des Umweltbewusstseins
Projektort

Kariyangwe Mission Primary School, Binga, Simbabwe

Projektzeitraum
ab Februar 2020
Begünstigte

Rund 830 Kinder der Kariyangwe Mission Primary School sowie lokale Bauern (meist Eltern der Schüler)

Projektpartner

Promise Foundation Austria (PFAU)